Gemeinsame Presseerklärung
von
BUND, NABU, HGON und
dem Steinbruch Nieder-Ramstadt e. V.
zur vom Regierungspräsidium
Darmstadt der OHI erteilten widerruflichen Erlaubnis,
das Wasser im Steinbruch-See in zwei Jahren um 5 Meter abzusenken
Heute, am 25. Juni 2003, übergibt der "Verein zur
Erhaltung von Natur u. Landschaft des ehemaligen Steinbruchs Nieder-Ramstadt und
der Stettbachaue" (kurz: Steinbruch Nieder-Ramstadt e. V.) Herrn
Bürgermeister Gernot Runtsch 700 Protest-Unterschriften Mühltaler Bürger gegen
die Pläne der Odenwälder Hartsteinindustrie (OHI), die plant, den See des
ehemaligen Steinbruch in Nieder-Ramstadt abzupumpen, die Steinbruch-Grube zu
verfüllen und dort eine Anlage für Bauschutt- und Asphaltdeckenrecycling zu
betreiben.
Gleichzeitig geben BUND, NABU, HGON und der Steinbruch
Nieder-Ramstadt e. V. gemeinsam zu der am 22.05.03 vom Regierungspräsidium
Darmstadt (RP) der OHI erteilten widerruflichen Erlaubnis, das Wasser im See in
zwei Jahren um 5 Meter abzusenken, folgende Erklärungen ab:
Für:
·
Bund für Umwelt und
Naturschutz (BUND) e.V. , Ortsverband Mühltal
·
Naturschutzbund
Deutschland e.V. (NABU), Ortsgruppe Nieder-Ramstadt
·
Hessischen
Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON), Arbeitskreis Darmstadt
·
Steinbruch
Nieder-Ramstadt e. V., Mühltal
Die Begründung für ein Abpumpen im Antrag der OHI sowie in
der Genehmigung des RP ist widersprüchlich und nicht durch Tatsachen belegt.
Sie dient unserer Auffassung alleinig dem Ziel, die Voraussetzungen für die
Betriebsaufnahme des Deponie-und Recyclingbetriebes zu schaffen. Sie beachtet
nicht die Auswirkungen auf Biologie und Ökologie des Steinbruch-Sees.
Wir erklären, dass der
See auf dem Gelände des ehemaligen Steinbruchs, belegt durch Wasseranalysen,
eine ausgezeichnete Wasserqualität aufweist. Durch die besonderen Eigenheiten
des Sees (große Wassertiefe, Beschattung durch die Steilwände, unbeeinflußt von
menschlichen Eingriffen) ist ein „oligotropher“ (= nährstoffarmer) See
entstanden, der eine einmalige Seltenheit in Südhessen darstellt.
Diese seltene Art von Biotop beherbergt oft seltene und vom Aussterben
bedrohte Pflanzen und Kleinlebewesen. Es wäre unverantwortlich, eine solche
biologische Ressource durch Abpumpen zu vernichten. Desweiteren ginge eine
Ausgleichsfläche in einer landschaftlich dicht besiedelten Umgebung verloren.
Bevor deshalb in irgendeiner Weise in diese seit 30 Jahren natürlichen gewachsenen Lebensgemeinschaften eingegriffen wird, fordern wir die Erstellung eines Gewässerökologischen Gutachtens durch ein unabhängiges Institut und finanziert durch den Antragsteller (OHI). Durch den Verzicht auf eine solche Untersuchung könnte ein nicht zu behebender Schaden an der Artenvielfalt des Ökosystems Steinbruch angerichtet werden.
Wir fordern die Genehmigungsbehörden auf, die erteilte Erlaubnis
zurückzunehmen und dem Antragssteller ein Wasserökologisches Gutachten aufzuerlegen,
von dessen Ergebnis weitere Genehmigungen abhängig zu machen sind.
Wir bitten die Gemeide Mühltal, uns bei unserm Vorgehen zu unterstützen.
Der Verein hat eine auf Verwaltungsrecht spezialisierte Anwaltskanzlei
sowie einen anerkannten Limnologen (Süßwasserspezialisten) in dieser Sache
beauftragt.
Für die weitere Durchsetzung der Vereinsziele bittet der Verein
"Steinbruch Nieder Ramstadt e.V". um Spenden auf das Konto Nr.
690341 bei der Sparkasse Darmstadt BLZ: 508 501 50. Unser Verein ist
berechtigt, steuerlich abzugsfähige Spendenquittungen auszustellen (bitte die
Adresse auf der Überweisung angeben). Weitergehende Informationen erhalten Sie
auch auf unserer Internetseite unter www.steinbruch-nieder-ramstadt.de