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der interessante Vortrag über Uhu und Wanderfalke |
unser Vorsitzender Dr. Schröder beim anschließenden Rechenschaftsbericht der Mitglieder-Jahres-Hauptversammlung |
Gefiederte Gäste beim Steinbruch-Verein
Juliane und Jaron blicken am 17. März in Nieder-Ramstadt erstaunt
in die Menge, bleiben aber brav auf ihren Plätzen sitzen. In Begleitung
der Falknerin Ise Malln zeigt sich Uhu-Weibchen Juliane von ihrer besten
Seite, lässt sich von Gästen berühren und sogar unter die
warmen Flügel greifen! Statt der orangefarbenen Augen dreht sie den
Kopf, die messerscharfen Fänge fest um die Falkner-Faust gekrallt.
In freier Wildbahn sehr geheim lebend, jagen Uhus nachts und sind lautlose,
sehr auf das Gehör spezialisierte Jäger, vor allem von am Boden
lebenden Tieren bis zu einer Größe von Fuchs und Waschbär.
Bevorzugte Brutstätten sind freie, ungestörte Felswände,
wie z. B. im ehemaligen Steinbruch Nieder-Ramstadt, wo bis 1994 regelmäßig
ein Uhu-Paar Junge aufgezogen hat. Besondere Gefahr geht von Menschen durch
Umweltgifte, die die Gelege schädigen, Störungen an Felswänden
und zu wenig ruhigen, geeigneten Brutstätten aus.
Romy Kollek trägt den einjährigen Wanderfalken Jaron zur Beruhigung
in fremder Umgebung fast nur mit Haube. Dank umfangreicher Nachzuchtarbeit
und Schutzmaßnahmen an natürlichen Brutstätten ist die Zahl
der Brutpaare in Deutschland wieder auf 1000 angestiegen. Der Wanderfalke
erreich beim Jagdflug eine Spitzengeschwindigkeit von 400 km/h. Er greift
seine Beute, maximal in Größe eines Graureihers, im Flug und
tötet sie mit seinem Jagdzahn durch Biss ins Genick. Sein ausgezeichnetes
Sehvermögen würde es ihm ermöglichen auf eine Entfernung
von 500 Meter Zeitung zu lesen. Natürliche Feinde sind Uhu Habicht,
Marder oder Katzen. Am liebsten brüten Wanderfalken in Felsnischen,
wie an offen gelassenen Steilwänden alter Steinbrüche, allerdings
auch auf höheren Türmen mitten in Siedlungen, da sie nicht so
lärmempfindlich wie Uhus sind. Dem sehr gut besuchten Vortrag folgen
viele Fragen der Anwesenden, die die Falkner von Tinnunculus-Heidelberg
gerne und fachgerecht beantworten.
Die Vereinsformalitäten der anschließenden Jahreshauptversammlung
werden regelgerecht und zufriedenstellend abgehalten. Der Steinbruch-Verein
wirkt nach wie vor erfolgreich im Sinne des Vereinszwecks, beobachtet wachsam
Aktivitäten der MOHI und hält engen Kontakt zu den Entscheidungsträgern
aus Politik und Verwaltung der Gemeinde Mühltal und beteiligter Gebietskörperschaften.
Die Mitglieder wählen als Herbstausflug die Reichelsheimer Bergbaugebiete
mit Besuch des Regionalmuseums.
Eva Pauli, 18.3.2009
Juljane und Jaron (zur Großdarstellung auf dei Bilder klicken)
(C) copyright der Bilder, Steinbruch Nieder-Ramstadt e.V.